traumstempel

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alpha : 20.48 – Wieder einmal von Regen­schirm­tieren geträumt. Es ist immer derselbe oder ein ähnli­cher Traum, der in einer pendelnden Bewe­gung durch mein Leben streift. Sofort einen Text erin­nert, der sich nunmehr wie ein Traum­er­zähl­s­tempel zu verhalten scheint: Die Luft im Traum war hell vom Wasser gewesen, und ich wunderte mich, wie ich in dieser Weise, beide Hände frei, durch die Stadt gehen konnte, obwohl ich doch allein unter einem Schirm spazierte. Als ich an einer Ampel warten musste, betrach­tete ich meinen Regen­schirm genauer und staunte, weil ich nie zuvor eine Erfin­dung dieser Art zu Gesicht bekommen hatte. Ich konnte dunkle Haut erkennen, die zwischen bleich schim­mernden Knochen aufge­spannt war, Haut, ja, Haut von der Art der  Flug­haut eines Abend­seg­lers. Sie war durch­blutet und so dünn, dass die Rinn­sale des abflie­ßenden Regens deut­lich zu sehen waren. In jener Minute, da ich meinen Schirm betrach­tete, hatte ich den Eindruck, er würde sich mit einem weiteren Schirm unter­halten, der sich in nächster Nähe befand. Er vollzog leicht schau­kelnde Bewe­gungen in einem Rhythmus, der dem Rhythmus des Nach­bar­schirms ähnelte. Dann wachte ich auf. Es regnet noch immer. – Guten Abend!

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