remington

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whiskey : 1.28 — In der ver­gan­genen Nacht träumte ich von ein­er Schreib­mas­chine. Diese Schreib­mas­chine ver­fügte über ein Band von rot­er und schwarz­er Farbe, sowie über einen Satz Ham­merze­ichen, die sich nur dann bewegten, wenn ich die Tas­ten mit großer Kraft in das mech­a­nis­che Getriebe der Mas­chine drück­te. Manch­mal, während ich notierte, blieben einzelne der Tas­ten in der Tiefe hän­gen, als wollte die Schreib­mas­chine nicht von dem Zeichen lassen, das sie ger­ade noch auf das Papi­er geset­zt hat­te. Eine Taste nach der anderen fiel aus, bis ich nur noch das Zeichen M bewe­gen kon­nte. Ich erin­nere mich, in meinem wirk­lichen Leben tat­säch­lich eine Schreib­mas­chine wie die geträumte Schreib­mas­chine besessen zu haben. Sie stand lange Zeit auf meinem Schreibtisch, ich hob sie nur sel­ten an, weil sie schw­er gewe­sen war, 10 oder 15 Kilo­gramm. Es war eine Rem­ing­ton mit einem Farb­band trock­en wie namibis­ch­er Wüsten­sand. Da nie­mand wusste, auf welchem Wege man an ein frisches Farb­band gelan­gen kon­nte, erzeugte die Schreib­mas­chine zeitlebens kein sicht­bares, aber tast­bare Zeichen, und doch tippte ich manch­mal auf der Mas­chine herum, als würde ich etwas auf­schreiben, als würde ich üben, laut­lose Musik, Gesten, stumme Gedanken. In meinem Traum der ver­gan­genen Nacht wurde die Mas­chine unter meinen Hän­den immer klein­er, bis sie zulet­zt ver­schwun­den war. Ich habe dann noch etwas weit­er geträumt. Ich war in einem U-Boot unter­wegs. Ich fuhr den Mis­sis­sip­pi aufwärts. Das Wass­er war dunkel. Ich beobachtete leuch­t­ende Rinder, wie sie auf dem Grund des Flusses durch knieho­hen Schlamm wateten. — stop
polaroidzeichnungen

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