unter wasser

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delta : 22.58 – Ich stellte mir vor, wie es wäre, wenn ich durch meine Wohnung tauchen könnte. Machte mich unver­züg­lich an die Arbeit. Zunächst stieg das Wasser in den Zimmern. Es kam nicht von oben, sondern von unten, das Wasser kam wie ein Gast durch die Wohnungstür herein, die geschlossen war, aber nicht wirk­lich dicht. Es stieg sehr schnell, viel zu schnell, um meine Bücher noch in Sicher­heit bringen zu können. Saß auf einem Stuhl in der Küche, die Füße auf dem Boden, als das Wasser, bern­stein­farben und warm, eine Steck­dose erreichte. Ich erwar­tete, von einem Wand­blitz getroffen zu werden, ein Irrtum. Statt­dessen begann ich zu leuchten, zunächst leuch­tete ich mit den Händen, dann leuch­teten meine Arme. In dem Moment, da das Wasser meinen Mund erreichte, holte ich tief Luft und tauchte los. Eine Banane schwebte vorüber wie ein Fisch, Papiere und Zeitungen und zwei heftig zappelnde Mäuse, von deren Exis­tenz ich nichts ahnte. Die Schreib­ma­schine auf dem Tisch funk­tio­nierte noch, wie alle Lampen in der Wohnung. Und so schwebe ich nun also gerade kopf­über und schreibe. Sehr schöne Geräu­sche sind zu hören, es knis­tert, viel­leicht bin ich das selbst. Später Abend. – stop

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