winter

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echo : 18.26 UTC — Wie Bernd L., ein guter Fre­und, mich in den Pal­men­garten führt. Es ist ein win­ter­lich­er Nach­mit­tag, der Boden knirscht unter den Schuhen, und die Spatzen hock­en zit­ternd vor den Gewächshäusern, weil sie sich einen Spalt erhof­fen, durch den sie in die Wärme fliegen kön­nen. Ich trage einen Notizblock in der Man­teltasche, den nehme ich her­aus und einen Bleis­tift als wir ins Kak­teen­haus treten. Jet­zt gehe ich hin­ter ihm her. Mein lieber Fre­und berührt Kak­teen an ihren Stacheln. Er ist sehr zart in dieser Bewe­gung, er spricht die Namen der Pflanzen vor sich her, ein Suchen­der, ein­er, der ein Wort wiederzufind­en wün­scht, das er vor drei Jahren in diesem Haus präzise erfun­den hat­te, ein Schutz- oder Pass­wort, das ihm ver­loren gegan­gen ist, er weiss, dass er das Wort am Ort seines Ursprungs wiederfind­en wird. Er muss das Wort unbe­d­ingt wieder­erken­nen, die Texte sein­er Schreib­mas­chine sind ver­schlüs­selt, sie sind da und zugle­ich nicht, sind sicht­bar, aber nicht les­bar. Hier muss das Wort sein, irgend­wo. Und ich, der ich meinem Fre­und Bernd folge Schritt für Schritt ganz leise, würde das Wort unverzüglich notieren, sobald wir es gefun­den haben wer­den. Soweit sind wir schon, wir kön­nen sagen, es existieren im Wort auch Zahlen. Manch­mal komme eine Ahnung auf, sagt Bernd, das Gefühl eines Wortes flat­tere durch seinen Kopf wie ein Sper­ling. Es ist Sam­stag und wie gesagt, es ist ziem­lich kalt und die Bäume glitzern. — stop

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