5th avenue

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romeo : 18.52 – Im Traum vergan­gene Nacht mit Geral­dine im Central Park spaziert. Ich erin­nere mich, es schneite. Ein Regen­schirm­tier­chen schwebte frös­telnd über uns, und ich wunderte mich, dass Geral­dine das Wesen, das sich langsam um die eigene Achse drehte, nicht zu bemerken schien. Das lag viel­leicht daran, dass sie in einer pausen­losen Art und Weise erzählte, als ob sie ahnte, dass wir jeder­zeit erwa­chen und dann nie wieder zuein­an­der­finden könnten. Im übrigen bewegte sie sich rück­wärts hüpfend vor mir her, war sommer­lich gekleidet, froh und glück­lich. Ich glaube, ich habe in diesem Traum zum ersten Mal Geral­dines Stimme gehört und ihr Lachen. Sie berich­tete, dass sie in der Nähe des Hauses, in dem sie vor ihrer Reise nach Europa gemeinsam mit ihren Eltern und ihrer Zwil­lings­schwester wohnte, Audrey Hepburn bei der Arbeit an dem Film Break­fast at Tiffany’s beob­achten konnte, und dass sie diese Schau­spie­lerin sehr bewun­dern würde, aber doch viel lieber Forscherin sein wolle. Kurz darauf weckte mich eine Feuer­wehr­si­rene und ich war erleich­tert, dass mir im Traum Geraldine’s Schicksal nicht bekannt gewesen war. – Heute ist also Sonntag, und es schneit schon wieder. Vor wenigen Minuten habe ich etwas entdeckt, über das ich mich freue. Ich habe bemerkt, dass in meinem Leben das pres­sende Denken immer seltener, das lauschende Denken hingegen immer häufiger zur Anwen­dung kommt. Guten Abend, gute Nacht!

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