am telefon

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romeo : 0.03 – Ich hatte vorges­tern mit einem Amt tele­fo­niert. Ich saß auf einem Stuhl und verzeich­nete in einem Notiz­block, welche Papiere das Amt benö­tigt, um entscheiden zu können, was nun von amtli­cher Seite her zu tun ist, nachdem mein Vater nicht mehr lebt. Ich hörte die Stimme einer jungen Frau, sie sagte: Haben sie schon eine Ster­be­ur­kunde erhalten? Wenn sie eine Ster­be­ur­kunde erhalten haben, senden sie uns das Doku­ment bitte zu, damit wir nach­voll­ziehen können, dass ihr Vater gestorben ist. Solange wir ihre Urkunde nicht erhalten haben, verstehen sie, ist ihr Vater den Fakten nach noch am Leben. Ich schickte ein leises Lachen durchs Telefon, ein leises Lachen kehrte von der anderen Seite her zurück. Gestern nun tele­fo­nierte ich wiederum mit der jungen Frau vom Amt. Ich teilte ihr mit, dass ich das Doku­ment zu ihr hin abge­schickt haben würde. Ein sehr selt­samer Moment. Ich war, während ich tele­fo­nierte, wieder einmal in der Lage gewesen, meinen Vater zu sehen, wie er vorsichtig, Schritt um Schritt, die Treppe herun­ter­kommt. Ich presste den Tele­fon­ap­parat an mein rechtes Ohr, mit dem linken Ohr erwar­tete ich, dass die Stimme meines Vaters in der nächsten Sekunde hörbar werden würde. – stop

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