cäsium

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whiskey : 2.45 — Das Fernse­hen erzählte heute eine Geschichte von einem Jun­gen, der nahe der Stadt Fukushi­ma im Strahlen­messzen­trum Nihon­mat­su in das Gehäuse ein­er Mas­chine gestellt wurde, um die Strahlen­be­las­tung seines Kör­pers innen wie außen und von oben bis unten zu messen oder zu zählen, demzu­folge von Kopf bis Fuß. Der Junge, auf dem Bild­schirm mehrfach zu sehen, war noch nicht ein­mal zehn Jahre alt, er und seine Mut­ter wohnen in verseuchtem Gebi­et. Ein Radi­ologe erzählte der Mut­ter, was sie zu ihrem Schutz im Wohn­haus unternehmen kön­nte. Sie sollte mit Wass­er gefüllte Plas­tik­flaschen auf die Fen­ster­bret­ter der Zim­mer stellen, gut geeignet seien die viereck­i­gen Zweiliter­flaschen. Ihr Sohn sollte, wenn möglich, im Erdgeschoss schlafen, nicht im ersten Stock. Am niedrig­sten sei die Strahlen­be­las­tung in der Mitte des Zim­mers. Draußen sei die Strahlen­be­las­tung umso höher, je tiefer man sich befind­et. Aber im Haus sei das genau anders herum. Weit­er unten sei die Dosis geringer. Das komme daher, dass das Cäsi­um, das sich auf dem Dach ansam­melte, die Dosis­rate in den Zim­mern darunter erhöhe, eine plau­si­ble Begrün­dung. Ich sah und hörte zu und dachte an Georges Perec, der notierte: Es ist ein Tag wie dieser hier, ein wenig später, ein wenig früher, an dem alles neu begin­nt, an dem alles begin­nt, an dem alles weit­erge­ht. — stop

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