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nordpol : 22.05 – Lag nach­mit­tags unter Sonne vor Amei­sen­stadt. Beob­ach­tete, wie Bewohner, nein, Konstruk­teure der knis­ternden Metro­pole, Käfer, Spinnen, Fliegen, Raupen, Rosen­blätter, auch mensch­liche Papiere ins Wohn­ge­häuse trans­por­tierten. Was, fragte ich mich, wird mit einer getö­teten oder einer gelähmte Fliege, mit schla­fenden Käfern und schla­fenden Spinnen geschehen hinter der Fich­ten­na­del­haut? Viel­leicht einmal mit einer sehr kleinen Kamera eintau­chen und schauen. Ich würde wohl auf eine Halle treffen, auf einen Ort der Zerle­gung, des Tran­chie­rens am laufenden Band. Hier also werden Pracht­fliegen zerteilt und dort noch lebende Spinnen fein­sor­tiert. In tiefer gele­genen Arse­nalen dann die Kammer der Flug­ge­räte, die Kammer der Fliegen-, der Libel­len­flügel, bitter duftende Luft, leichtes Flug­glas bis unter die Decke geschichtet. In einer weiteren Höhlung sind ihrer Länge und Stärke nach Spin­nen­beine aufge­sta­pelt, Baum­stämme, haarig, noch immer in zitternder Bewe­gung. Stunden werde ich in Maga­zinen schil­lernder Augen verweilen, ein begeis­terter Zeuge in Fabriken gefan­gener Spinnen, man hat ihnen die Beine abge­nommen, aber sie leben und singen feinste Seide in die warme Amei­sen­haus­luft. Werden sie müde, werden sie an Soldaten verfüt­tert. – Kurz nach elf Uhr. Abend. Gerade eben hörte ich vom Tod des russi­schen Schrift­stel­lers Alex­ander Solsche­nizyn.

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