hummingbird

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echo : 22.01 – Spät­nach­mit­tags höre ich zwei Männer im Trep­pen­haus. Sie arbeiten sich sehr langsam zu mir unter das Dach hinauf, fluchen, machen immer wieder Pausen. Ich erkenne eine kräf­tige Hand, die sich am Trep­pen­ge­länder fest­hält. Nach einer halben Stunde sind sie ange­kommen, tragen gemeinsam ein Päck­chen, das nicht größer ist, als ein Behälter für Kinder­schuhe. Als ich meine Hände ausstrecke, wollen sie mir das Päcken nicht über­geben, es sei zu schwer, sie treten in die Wohnung ein und stellen das Päck­chen auf meinen Küchen­tisch. Tatsäch­lich ist ein knar­rendes Geräusch zu vernehmen, als würde der Tisch Mittei­lung machen. Das Päck­chen ist so schwer, dass es sich mit dem Tisch zu verbinden scheint, es lässt sich nicht verschieben. Also, beuge ich mich über den Tisch und schnüre das Päck­chen auf. Brief­marken, Vogel­ge­mälde, sind zu erkennen, hand­schrift­lich wurde mit großen Buch­staben mein Name aufge­tragen, kein Absender, aber ein Stempel der Marshall­in­seln. Ich erin­nere mich, dass sich in dem Päck­chen eine metal­lene Dose befand. In den Deckel der Dose einge­stanzt, folgender Schriftzug: humming­bird T778X / puzzle 100000 pieces. Sehr kleine, mit bloßem Auge kaum noch zu unter­schei­dende Teil­chen, die wie eine Flüs­sig­keit wirkten, befanden sich in dem Trans­port­be­hälter. Ich holte einen Löffel und schöpfte einige Teil­chen heraus, schüt­tete sie auf den Tisch und begann sie unter meinem Mikro­skop zu drehen und zu wenden. Ich wusste in diesem Moment, ich träumte, dass ich nun sofort für immer verschwinden könnte. – stop
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