im park

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sier­ra : 2.55 UTC — Gestern beobachtete ich Louis, wie er in einem Park saß und eine Geschichte in ein Notizbuch schrieb. Das war ein schmales Buch gewe­sen. Louis notierte mit Bleis­tift in sehr klein­er Schift. Er hat­te deshalb eine Lese­brille aufge­set­zt, die er immer wieder ein­mal auf sein­er Nase zurechtrück­te. Es war sehr feucht am See, Libellen jagten herum, obwohl schon fast Dunkel gewor­den war, und sie leuchteten, blink­ten, als wären sie fer­nges­teurte Hub­schrauber­we­sen. Louis schien sie nicht zu bemerken, er schrieb und schrieb, und wenn man sich näherte, kon­nte man hören, wie sein Bleis­tift sacht über das Papi­er raspelte. Das schmale Buch war schon fast voll geschrieben und Louis Schrift wurde immer klein­er. Ich fragte ihn: Sag, worüber schreib­st Du? Louis antwortete, er schreibe über einen Mann, der Las­te­naufzüge bedi­ente, ver­schmutzte Kästen, die in einem Lager­haus auf und abwärts fuhren. Der Mann, von dem Louis erzählte, arbeit­ete bere­its seit Jahren in einem dieser Kästen. Trotz­dem war er im Grunde immer gut gelaunt. Das lag daran, dass der Mann sich vorstellte, er würde bald ein­mal in einem dieser Las­te­naufzüge wohnen. Er kon­nte präszise beschreiben, wie sein zukün­ftiges Wohnz­im­mer beschaf­fen sein wird. Sofa, Regale für Büch­er und Ele­fan­ten­statuten, die der Mann sam­melte, Kak­teen und Bam­buspflanzen, zwei Tis­che, ein Rubens­gemälde, Vasen, und so weit­er und sofort. Nun, sagte Louis, das Prob­lem ist, ich bin hier mit meinem Notizbuch bald zu Ende, aber das Zim­mer im Aufzug tritt immer deut­lich­er an mich her­an. Ich werde das Zim­mer in diesem Büch­lein hier nicht unter­brin­gen. Ver­dammte Sache! — stop

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