kaktusblüte

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nord­pol : 18.52 UTC — Ein Zufall führte mich in einem Moment zu Her­rn K., als er ger­ade zum ersten Mal sein neues Büroz­im­mer betrat. Er führte einen Kar­ton mit sich, nicht größer als eine Schuh­schachtel. Aus diesem Behält­nis hob er eine Note­bookschreib­mas­chine, ein Mäp­pchen mit Bleis­tiften, eine far­bige Fotografie, sowie einen fin­ger­ho­hen Kak­tus, der blühte. Herr K. prüfte die Schubladen des Schreibtis­ches, der zu dem kleinen Zim­mer mit Aus­blick auf einen Park gehörte, sie waren leer. Seinen Kak­tus stellte er auf die Fen­ster­bank, die Fotografie neben ein Tele­fon, das sich bere­its im Zim­mer befun­den hat­te, ehe Herr K. einge­treten war. Er set­zte sich auf einen Stuhl und sagte: Wis­sen Sie, mehr brauche ich nicht. Das soll­ten Sie immer bedenken, nur niemals heimisch wer­den, nur nicht glauben, dass Ihnen dieses Büro gehört. Im Gegen­teil, Sie selb­st gehören diesem Zim­mer wie jed­er andere, der nach Ihnen an dieser Stelle arbeit­en wird. Wer in und von diesem Zim­mer aus operiert, muss sich bewusst sein, dass er jed­erzeit eben­so plöt­zlich wie er gekom­men ist, auch wieder gehen wird. In dieser Pos­tion, die Sie hier oben bek­lei­den, haben Sie Erfolg oder sie haben keinen Erfolg. Binden sie sich also nicht, arbeit­en Sie konzen­tri­ert und genießen Sie die Aus­sicht, aber, um Him­mels Willen, fühlen Sie hier niemals zu Hause! — Diese Geschichte ereignete tat­säch­lich an einem Fre­itag im Juli des ver­gan­genen Jahres. — stop

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