malta : fernaugen

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sier­ra : 15.02 – Rol­l­lä­den von ros­tigem Met­all. Zer­broch­ene Leuchtschrift-zeichen. Der Fuß­bo­den vor dem Laden mit schwarz­er Farbe beschmiert. Das Büro der Libyen Air, trost­lose Aus­sicht, als hätte ein ganzes Land seine Fer­nau­gen für immer geschlossen. Gle­ich links und rechts des eis­er­nen Lids sitzen junge Men­schen in Cafés. Dien­stag, früher Vor­mit­tag, Tax­i­fahrer lungern in der St Pius Street. Ich folge ein­er Katze, die ihrer­seits Gerüchen, Geräuschen, Bewe­gun­gen und weit­eren unsicht­baren Spuren und Wün­schen fol­gt. Prächtiges Tier, schwarzes, zausiges Fell, bre­it­er Kopf, gelbe Augen. Sie scheint ihren Beobachter angenom­men zu haben, dreht sich immer wieder ein­mal nach mir um, als würde sie mich in der Ver­fol­gung ermuntern. Von der Repub­lik Street in die Wind­mill Street, dann nord­wärts die Merchant’s Street ent­lang. Schulkinder in Uni­for­men, ein paar ältere Men­schen, Frauen, Män­ner, in dun­kler, fein­er Klei­dung, kleinere Läden, Süßstoffe im Halb­dunkel. Mein Blick ein­mal zur Katze hin, dann wieder hin­auf zu den hän­gen­den Win­tergärten an den Fas­saden der alten Häuser, die schmal sind, ohne Zwis­chen­räume. In der Old Hos­pi­tal Street eine ver­wit­terte Tür, die sich im Wind leicht bewegt. Dort ver­schwindet die Katze. Wild­nis ohne Dach. Zitro­nen­bäume entkom­men dem Boden. An ein­er Wand, von Flecht­en beset­zt, ein Ofen. Im Regal gle­ich darüber, eine Tasse von Porzel­lan.
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