mangrove

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india : 22.58 – Im Palmen­garten befinden sich acht waben­för­mige Glas­häuser, die durch Schleu­sen­räume mitein­ander verbunden sind, so dass man in wenigen Minuten zunächst durch eine Wüste spazieren kann, dann durch einen Regen-, und kurz darauf durch einen Nebel­wald. Ich sitz gern dort, jenseits der Mangro­ven­ab­tei­lung im Brome­li­en­haus, und lese in wasser­festen Büchern herum. Es ist ange­nehm still. Kaum jemand verirrt sich hierher, so versteckt liegt die Wabe im Zentrum der Glas­haus­ver­samm­lung. Und viel­leicht genau aus diesem Grund, weil es von Menschen still ist, kommen dutzende, leise jaulender Wach­teln unter Bäumen zusammen, auf welchen Blumen lungern wie schla­fende Vögel. Hatte vor Stunden noch unter Luft­wur­zeln etwas Wilhelm Genazino beob­achtet. Plötz­lich bemerkte ich, dass kein Geräusch um mich herum zu hören war. Völlige Stille. Eine merk­wür­dige, eine trockene Stille. Für einen kurzen Moment der Eindruck, während des Lesens viel­leicht taub geworden zu sein. Schaute mich um, sah eine Hand auf einer Buch­seite liegen und dachte, dass ich jetzt mit dieser Hand sofort zur Beru­hi­gung ein Papier­ge­räusch erzeugen müsse. Ich blät­terte also um, und ich hörte ein Rascheln und das leise Sausen der Luft, hörte Vögel wieder pfeifen, das Tropfen des Wassers. Ich hörte meine Stimme das Wort seltsam sagen.
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