mikrogramme

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delta : 5.25 – Seit Tagen denke ich an Robert Walser, an seine Schrift, an seine heraus­ra­gende Bega­bung, kleinste Zeichen zu notieren auf jede denk­bare Art von Papier. Der private Raum eines zier­li­chen Notiz­bu­ches, das als Insti­tu­tion wieder bedeu­tend zu werden scheint, könnte für Menschen wie ihn erfunden worden sein. Nehmen wir einmal an, Robert Walser und ich würden je ein Notiz­buch von 4 cm Höhe und 4 cm Breite erhalten, 100 Blätt­chen Papier, das heißt, 200 Flächen zur freien Beschrif­tung, ein Notiz­buch, das im Notfall verschluckt werden könnte, dieses eine Notiz­buch also, nur dieses eine, um darin zehn Jahre zu arbeiten, ich wäre bereits nach ein oder zwei Tagen zu Ende gekommen, so volu­minös meine Schrift im Vergleich zu Robert Walsers Schrift. Ich müsste von vorne beginnen, radieren, dann wieder schreiben. Mit der verge­henden Zeit würden die Seiten meines Buches dünner und dünner werden, trans­pa­rent viel­leicht, feinste Löcher entstehen, erste Zeichen, dass mein Notiz­buch bald verschwunden sein wird. – Samstag. Früher Morgen. Leichter Regen. – stop

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