posaune

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india : 0.28 – Ich habe vor wenigen Minuten mittels eines Film­do­ku­ments den Posau­nisten Fred Wesley solange beob­achtet, bis ich der festen Über­zeu­gung sein konnte, die Posaune habe auf Fred Wesleys Schulter wie ein Tier Platz genommen, sie habe den korpu­lenten, alten Herrn sozu­sagen okku­piert, um auf ihm Musik zu machen. Funky! Funky! Mit Fred Wesley ist das so: Er bewegt sich geschmeidig und elegant, er scheint zu tanzen, selbst dann noch, wenn er reglos, wie scheinbar ange­halten, vor einem Mikro­phon verharrt. Seit Monaten habe ich den Verdacht, dass der alte Posau­nist außer­ge­wöhn­lich lange Zeit die Luft anzu­halten vermag. Ich werde deshalb sofort, in dieser Nacht noch, eine E-Mail verfassen und mich erkun­digen, ob ich mit meiner Vermu­tung Recht haben könnte. Sehr geehrter Mr. Wesley, so viel­leicht sollte ich beginnen, es ist Mitter­nacht in Europa. Ich heiße Louis, und ich wüsste gerne, wo Sie sich gerade befinden, weil ich ein Gespräch mit Ihnen zu führen wünsche über das Anhalten der Luft und diese Dinge, die einem Posau­nisten, wie sie einer sind, viel­leicht außer­or­dent­lich gut gelingen. Gestern auf dem Weg von einem Zimmer in ein anderes Zimmer, wäre ich um Haares­breite umge­fallen, weil mir schwin­delig wurde, weil ich kurz zuvor eine Minute und eine halbe Minute nicht geatmet hatte. Ich frage mich, ob ich viel­leicht etwas falsch gemacht haben könnte. Wie trai­niere ich am besten und was sind sinn­volle Ziele, die ein Mensch in diesem Sport errei­chen kann, ohne sein Leben aufs Spiel zu setzen? Soll ich mir eine Posaune kaufen? Wie auch immer, verehrter Mr. Wesley, ich wäre Ihnen dankbar, wenn Sie mir recht bald antworten würden, damit ich in meinen Übungen fort­fahren kann. Ihr Louis – stop

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