PRÄPARIERSAAL : xiangs momentaufnahme

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nord­pol : 8.27 — Xiang, 24, notiert in ein­er E-Mail über Musik und Anatomie – zwei Begriffe, die auf den ersten Blick unvere­in­bar scheinen. Aber je länger ich darüber nach­denke, desto deut­lich­er erkenne ich eine mögliche Verbindung. Sich­er ist es das The­ma des Todes, das die Musik dort dominieren würde, so dass mir spon­tan Beset­zun­gen wie Orgel (allmächtiger Charak­ter), Xylophon (Kälte, Leblosigkeit) oder Chor (Toten­klage) ein­fall­en. Ich kann mir entwed­er sehr alte Musik­stile, wie Gre­go­ri­anik und Früh­barock, aber auch Musik des 20./21.Jahrhunderts vorstellen, z.B. John Cage oder George Crumb, deren Inten­tion immer­hin ger­ade in ein­er gewis­sen Absur­dität, Gren­züber­schre­itung, bzw. in gewoll­ter Ent­fer­nung von der Ästhetik der Wirk­lichkeit zu find­en ist. Ger­ade dieses Moment prägt die Atmo­sphäre des Prä­pari­er­saales: eine zwar arti­fizielle, jedoch nicht primär ästhetis­che Arbeit an men­schlichen Kör­pern, die durch den Tod und den Vor­gang des Halt­bar-Machens von einem Indi­vidu­um zu einem Prä­parat ver­wan­delt wur­den, so dass Zeit­losigkeit an die Stelle dynamis­chen Lebens getreten ist. Es ist nicht leicht an Musik in diesem Zusam­men­hang zu denken, da sich Musik ger­ade durch ihren ewigen Fluss, ihre im Inneren gebor­gene Lebendigkeit ausze­ich­net, ihre Seele, die niemals ster­ben kann, selb­st dann nicht, wenn noch so viele Ver­suche unter­nom­men wer­den, sie in Momen­tauf­nah­men zu kon­servieren. — stop

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