south ferry

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delta : 5.15 – Heute Nacht vor dem Fenster wieder eine Stille, dass ich für einen Moment fürch­tete, mein Gehör verloren zu haben. Dann leichter Regen. Man sieht es den Bäumen nicht an, aber sie schlafen. Gegen fünf Uhr erin­nere ich mich an Uwe John­sons Jahres­tage. Es ist ein schweres Buch, das ich aus dem Regal hebe, 1702 Seiten feines Papier, seine Buch­staben sind von Jahr zu Jahr kleiner geworden, höchste Zeit, den Roman in eine Lese­ma­schine zu laden. Ich stellte mir vor, wie Louis einmal Uwe John­sons Werk, indem er liest, in groß­for­ma­tige Notiz­bü­cher über­tragen könnte. Oder eine Brille: Sonn­abend ist der Tag der South Ferry. Der Tag der South Ferry gilt als wahr­ge­nommen, wenn Marie mittags die Abfahrt zur Battery ankün­digt. Die Fähren zwischen der Südspitze von Manhattan und Staten Island sah sie zum ersten Mal vom Touris­ten­deck der ›France‹ aus, da musste sie noch über die Reling gehoben werden. Sie starrte feind­selig auf den Hoch­haus­kaktus Manhat­tans, der zu Riesen­maßen wuchs, statt zu mensch­li­chen abzu­nehmen; mit Neugier betrach­tete sie die Fähr­boote, die neben dem Über­see­schiff das New Yorker Hafen­be­cken ausmaßen, mehr­stö­ckige Häuser von blau abge­setztem Orange, rasch laufend wie die Feuer­wehr. Sie nickte benommen, als Gesine ihr die Fahr­zeuge nicht erklären konnte; bei einem Ausflug erkannte sie den Typ auf den zweiten Blick, obwohl die Fähr­por­tale ihr das Äußere mit Scheu­klappen zuge­hängt hatten. Die South Ferry war ihr erster Wunsch an New York. – stop
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