swetlana geier

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delta : 0.03 — Ein aufre­gen­des Buch, das ich ger­ade wieder­lese in kleinen Etap­pen, Wil­helm Genazi­nos Erzäh­lung Das Licht bren­nt ein Loch in den Tag. Ein­hun­dert­fün­fzehn Geschicht­en eines Mannes, der fürchtet, sein Gedächt­nis zu ver­lieren, Geschicht­en, die der Mann seinen Fre­un­den erzählt, damit sie ihm später ein­mal zurück­gegeben wer­den kön­nten. Ja, so sollte man leben, so genau, dass für jeden gelebten Tag eine erzählbare Geschichte zu verze­ich­nen ist. Manche dieser Geschicht­en wer­den vielle­icht nur aus einem einzi­gen Satz beste­hen, einem Gedanken oder einem zitieren­den Text, Wörtern wie diesen, die ich gestern, nach­dem ich den faszinieren­den Film Die Frau mit den 5 Ele­fan­ten gese­hen hat­te und in seine zwölfte Minute zurück­gekehrt, der Über­set­zerin Swet­lana Geier von den Lip­pen las: Es stellt sich immer wieder her­aus, und es ist ein Zeichen für einen hochw­er­ti­gen Text, dass der Text sich bewegt. Und plöt­zlich, man hat es vor­bere­it­et und man sieht alles, und man weiß alles, aber plöt­zlich ist da etwas, was man noch nie gese­hen hat. Ein solch­er Text ist uner­schöpflich. Man kann ihn eigentlich, auch wenn man ihn über­set­zt hat oder zweimal, ich hab das jet­zt zweimal über­set­zt, man kann ihn nicht auss­chöpfen. Und das ist eben wahrschein­lich ein Zeichen der aller­höch­sten Qual­ität. Natür­lich, man muss lesen ler­nen.


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