tod in peking 4

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delta : 0.25 – Wenn ich an die Stadt Peking denke, denke ich auch an einen Freund zurück, dessen Leben in dieser fernen Stadt vor zwei Jahren und vier­und­dreißig Tagen endete. Er war Foto­graf gewesen, sein Körper und seine Wohnung exis­tieren nicht mehr, seine Foto­ap­pa­rate wurden mögli­cher­weise verschenkt oder verkauft, doch zahl­reiche seiner Foto­gra­fien leben in der digi­talen Sphäre weiter fort, auch Einträge bei Face­book, da niemand zu finden ist, der sie löschen könnte oder löschen wollte. Die viel­leicht letzte Aufnahme von seiner Hand in Europa, zeigt einen Gepäck­wagen im Terminal 1 des Frank­furter Flug­hafen, 3 Koffer und 1 Ruck­sack. Weil der foto­gra­fie­rende Mensch hinter der Kamera stand, wirken sie schon verwaist, oder viel­leicht nur deshalb, weil sie in Kenntnis seines nahenden Todes von mir betrachtet werden. Sicher ist, dass Menschen nach dem Verstor­benen suchen, sie stoßen dann auch auf Texte, die ich notierte, verweilen, weil sie sich erin­nern oder weil sie sich wundern, viel­leicht haben sie einen ähnlich tragi­schen Verlust erlebt. Andere bleiben nur für Sekunden, weiß der Himmel warum, viel­leicht waren sie Such­ma­schinen, niemand schreibt, niemand kommen­tiert, ein Schauen und Schweigen. – stop

polaroidkreuzung2

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