unter apfelbäumen

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sier­ra : 5.12 — Wir ste­hen auf einem Bahn­steig und warten auf einen Zug. D. ist Lehrer für Geo­gra­phie und Englisch. Er spricht schnell, ich höre, wie er sagt, dass man ihn ein­mal im Alter von 17 Jahren an der Gren­ze zu Öster­re­ich fest­ge­hal­ten und wieder nach München zurück-geschickt habe. Das war im Jahr 1994 gewe­sen, er hat­te sich auf den Weg gemacht, seine kroat­is­che Heimat zu vertei­di­gen. Er wollte kämpfen an der Seite sein­er Schulka­m­er­aden, kämpfen für die Frei­heit. Während eines früheren Besuch­es hat­te er im Garten seines Eltern­haus­es unter blühen­den Apfel­bäu­men Leichen gefun­den. Er habe die toten Men­schen, die kür­zlich noch gelebt hat­ten, so dass sie nicht tot sein kon­nten, alle per­sön­lich gekan­nt. Eine furcht­bare Erfahrung. Das Prinzip sei ein­fach gewe­sen. Zunächst habe die eine Seite Spezialkräfte in ein Dorf geschickt. Man habe im Hand­stre­ich alle men­schlichen Lebe­we­sen, auch Rinder und Vögel, umge­bracht. Wenige Stun­den oder Tage später habe die andere Seite Spezialkräfte in ein weit­eres Dorf geschickt und man habe im Hand­stre­ich Men­schen und Rinder und Vögel umge­bracht. So war das gewe­sen, deshalb habe er, als er noch Schüler gewe­sen war, kämpfen wollen mit einem Gewehr. Glück habe er gehabt, ver­dammtes Glück. Er hätte ums Leben kom­men kön­nen oder Schlim­meres. — stop
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