vor dem telefon

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nord­pol : 0.05 — Als ich die alte Dame im Haus der alten Men­schen besuchte, war sie schon wach und bek­lei­det gewe­sen. Sie saß in einem Roll­stuhl, trug Turn­schuhe an ihren Füßen, das Haar war gekämmt, rosige Wan­gen. Anstatt mich zu begrüßen, sagte sie: 7805355, wir müssen uns küm­mern, ich tele­foniere die ganze Nacht, aber es geht nie­mand dran, es geht ein­fach nie­mand dran, 7805355. Die alte Dame wieder­holte diese Num­mer 7805355 in hoher Fre­quenz, sie hörte nicht auf, diese Num­mer immer wieder vor sich her zu sagen. Wir ver­ließen ihr Zim­mer, ich schob sie durch Flure des Haus­es der alten Men­schen. Wir waren zunächst im Garten, dann im Park, dann auf einem Weg unter Apfel­bäu­men. Vögel zwitscherten. Die Luft war warm vom Licht der tief ste­hen­den Sonne. Wenn ich anhielt, um nachzuse­hen, wie es der alten Dame ging, bemerk­te ich, dass sie immer noch die Num­mer eines Tele­fons vor sich hin murmelte, als ob sie eine Schallplat­te in sich abspielte, die aufhörte, weil sie das Ende ihrer Spur ver­lor, einen Aus­gang. Auch am Nach­mit­tag, die alte Dame hat­te geschlafen, wurde unen­twegt von genau jen­er Tele­fon­num­mer gesprochen, die schon die Num­mer des Mor­gens gewe­sen war. Bald wurde Abend. — stop

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