am telefon

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marim­ba : 17.55 UTC — Plöt­zlich kracht es. Sie muss während unseres Gespräch­es in irgen­det­was gebis­sen haben. Ja, sagt sie, ich habe furcht­baren Hunger, war den ganzen Tag in irgendwelchen Sitzun­gen, ich muss etwas essen, ich habe ger­ade in einen Apfel gebis­sen. — Das war wohl ein sehr fes­ter Apfel, bemerke ich. Willst Du mal eine Banane hören, fragt sie? Das Meer vor Thes­sa­loni­ki sei unruhig an diesem Tag, die Nächte sind wärmer gewor­den, auf den Straßen und Plätzen, in den Parks campierten noch immer tausende Flüchtlinge. Ich stelle mir vor wie L. mit lächel­n­dem und doch ern­stem Gesicht Obst verteilt, Brote, Tee, dann wieder in irgendwelche Sitzun­gen eilt, um hun­grig zu wer­den. Bana­nen, das weiß ich nun mit Sicher­heit zu sagen, sind kaum zu hören über eine Tele­fon­verbindung hin. Was man von ein­er Banane in dieser Sit­u­a­tion zu hören ver­mag, ist allein die Vorstel­lung, dass ger­ade eben in größer­er Ent­fer­nung ein Men­sch in eine Banane beißt. Ich höre demzu­folge ein vorgestelltes Geräusch, weshalb ich sagen kann, dass die Vorstel­lungskraft wirkungsvoll sein kann wie ein Mikrophon oder wie eine Lupe. — Das war gestern. Heute ist es kurz vor sechs Uhr. Die Luft ist warm und feucht. Noch zu tun: Lek­türe — Ita­lo Calvi­no Herr Palo­mar. Nichts weit­er. — stop

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