aquarium

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whiskey : 0.01 — Ein selt­sames Geräusch, das mich weck­te, als wür­den sin­gende Grillen in meinem Zim­mer sitzen. Ich stand dann auf und träumte in der Küche, während ich das Früh­stück machte, noch etwas weit­er, aber bald hörte ichs wieder, das Geräusch durch den Flur um die Ecke. Nein, Grillen waren das nicht, auch keine heis­eren Vögel. Was ich hörte, war das glück­liche Trompe­ten ein­er Herde Tief­seeele­fan­ten, die im Aquar­i­um zwis­chen John­son und Melville im Kreis herumspazierte. Nicht größer als Murmeln und von tief­blauer Farbe, tasteten sie mit haar­feinen Rüs­seln im Sand und an den Scheiben. Die ein oder andere Dschun­gelpflanze hat­ten sie, während ich schlief, aus dem Boden geris­sen, über­haupt war die Land­schaft, die ich seit Jahren kenne, in Aufruhr ger­at­en, Muschel­häuser segel­ten durchs warme Wass­er, auch Panz­er­welse und ein paar Suma­tra­bar­ben, ohne Fas­sung, wie irr, mit dem Bauch nach oben. Ein faszinieren­der Anblick, ein Toll­haus. Wie ich mich liebevoll über das Aquar­i­um beugte, hoben sie ihre Rüs­sel aus dem Wass­er und ich spürte den Luftzug ihrer Instru­mente auf der Stirn. Und jet­zt ist Mit­ter­nacht gewor­den, das Ende eines wun­der­schö­nen Tages der Beobach­tung, den ich auf meinem Garten­stuhl ver­brachte. Ich habe wed­er gele­sen, noch son­st gear­beit­et, nur geschaut habe ich und ges­taunt.
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