coney island

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nord­pol

~ : louis
to : Mr. jonathan noe kekko­la
sub­ject : CONEY ISLAND

Mein lieber Kekko­la, das müssen Sie wis­sen, ich bin glück­lich, füh­le mich leicht, alle Sor­gen der ver­gan­genen Wochen sind von mir gefall­en, ein Men­sch, der mir nahe ist, wird weit­er­leben. Wie schw­eren Zeit­en, leichtere Zeit­en fol­gen! Nun wieder angenehmes Arbeit­en. Bin zu atlantis­chen Phänome­nen zurück­gekehrt, das Hörver­mö­gen der Tief­seele­fan­ten, natür­lich, eine unendliche Geschichte. Habe darüber nachgedacht, ob es nicht vielle­icht möglich sein kön­nte, dass Tief­seeele­fan­ten über kleine, kaum noch sicht­bare Ohren ver­fü­gen, die an ihren Rüs­sel­spitzen gewach­sen sind über Jahrmil­lio­nen ihres heim­lichen Lebens hin­weg, um hören zu kön­nen, was man spricht in der Trompe­ten­sprache jen­seits des Wass­er. So kön­nte ich weit­erkom­men in dieser Angele­gen­heit. Es ist nun beina­he sich­er, dass ihre Her­den bere­its in der Mitte des ver­gan­genen Jahrhun­derts vor Coney Island im Staate New York wahrgenom­men wor­den sind. Ein Herr schrieb mir von Hand, seine geliebte Rose habe ihm, während eines Aus­fluges an den Strand, von Erschei­n­un­gen erzählt, die alle unsere Ver­mu­tun­gen bestäti­gen. Ich füge, lieber Kekko­la, meinem Brief eine Fotografie hinzu, die an genau jen­em Tag der Beobach­tung aufgenom­men wor­den sein soll. Sieht sie nicht hin­reißend unsterblich aus, Mrs. Rose, wie sie so sitzt und sich über das Tief­seeleucht­en ihres Kopfes zu freuen scheint? – Ihr Louis, ihr Vogel.

gesendet am
14.11.2009
22.58 MESZ
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louis to jonathan
noe kekko­la »


rose

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