eine elektrische wiese

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tango : 6.45 – Nehmen wir einmal an, irgendwo auf dieser Welt würde eine Wiese exis­tieren, die nicht eine wirk­liche Wiese ist, sondern eine Wiese künst­li­cher Gräser, künst­li­cher Blumen, künst­li­cher Tiere, eine High­tech­wiese, in welcher nicht ein einziges Gramm orga­ni­schen Mate­rials aufzu­spüren wäre. Diese Wiese verhielte sich natür­li­chen Wiesen gleich, sie würde wachsen und summen und knis­tern unter der Bewe­gung künst­li­cher Winde. Alles ist täuschend ähnlich darge­stellt, die Gras­hüpfer der Wiese, reinste fein­me­cha­ni­sche Wunder­werke, wie auch ihre Regen­würmer, Ameisen, Bienen, Farne, Moose, Blüten­kelche, die sich öffnen, wenn der Morgen graut, die sich schließen, wenn es Nacht werden soll. Ja, die Nacht über einer Wiese, wie ich sie gerade erfinde, die Tiere der Dunkel­heit, die sich in ihren Geräu­schen bemerkbar machen, das Zirpen der Grillen, das sonore Brummen der Nacht­schmet­ter­linge. Gerade eben stelle ich mir die Exis­tenz eines Herrn vor, der zu dieser Wiese gehören wird. Tief sitzt er stun­den­lang über einen Tisch gebeugt, ein Fein­me­cha­niker, der für Repa­ra­tur­ar­beiten an der Wiese in jeder Hinsicht verant­wort­lich zeichnet. Wie er sich mit Werk­zeugen der Uhrma­cher voran­ar­beitet. Seine beson­dere Brille, die auch kleinste Gegen­stände sichtbar werden lässt. Gerade eben öffnet er vorsichtig ein Glüh­würm­chen, weil es nur noch fliegen, aber nicht mehr leuchten will. All diese kleinen Schrauben, Gewinde, Schar­niere. – stop
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