fliege nachts

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tan­go : 2.15 — Ich saß in der war­men Nacht am Tisch, legte ein­mal die linke, dann die rechte Hand in eine Schüs­sel, die ich mit kaltem Wass­er füllte. Auf dem Tisch spazierte eine Fliege. Weil ich in diesem Moment nichts zu tun hat­te, als diese Fliege zu beobacht­en, ent­deck­te ich, dass sie ihre Flügel ver­loren oder vergessen zu haben schien, die Fliege flog nicht herum, auch wenn ich mich mit einem Fin­ger näherte, flog sie nicht davon, son­dern flüchtete zu Fuß. Es war eine sehr kleine Fliege, sie war so klein, dass ich sie mit bloßem Auge kaum noch wahrnehmen kon­nte. Nach ein­er hal­ben Stunde stand ich auf, suchte nach mein­er Lese­brille und kehrte an den Tisch zurück. Die Fliege lungerte nun unmit­tel­bar neben mein­er Schreib­mas­chine, ich kon­nte sie von mein­er Posi­tion aus sehr gut sehen, sie kam sog­ar noch näher her­an, als ich mich mit meinen Augen hin­ter den Gläsern der Brille über dem Tisch ver­beugte. In diesem Augen­blick erlebte ich den ersten Blick­kon­takt meines Lebens mit ein­er Fliege, ich war mir sich­er, diese Fliege musterte mich eben­so wie ich sie musterte, es war ihre Hal­tung, die mich überzeugte, wie sie unmit­tel­bar vor mir auf dem Tisch hock­te, den Kopf ange­hoben und sich nicht bewegte. Nach eini­gen Minuten drehte sie sich herum und über­querte den Tisch wiederum zu Fuß hin zu einem Teller und bestieg eine Man­darine. Es war kurz nach zwei Uhr. — stop

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