marina abramovic in new york

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sierra : 6.32 – Diese selt­same Frau: Marina Abra­movic. Ich kauerte Stunden auf dem Sofa und beob­ach­tete das Schweigen der Künst­lerin in New York, war unruhig und war ruhig zur glei­chen Zeit. Hörte dann Henry, meinen Regen­käfer Henry. Summend erwachte das tabak­far­bene Wesen aus tiefem Schlaf. Hatte zwei lange Jahre auf Virginia Woolfs Essay A Room of One’s Own liegend zuge­bracht, war indessen trocken und leicht wie eine Feder geworden, weshalb nicht weiter erstaun­lich gewesen, dass der Käfer wie betrunken von unsicht­baren Luft­strö­mungen getragen durchs Arbeits­zimmer wirbelte. Eine gute halbe Stunde und Henry war auf meinem Kopf gelandet. Ich sagte: Schön, dass Du wieder unter den Leibenden weilst, Henry! Atmete sanft, atmete gar nicht. Und der Blick wanderte wieder hin zur Stille in der tosenden Stadt. Da saß nun vor Mrs. Abra­movic eine weitere Frau, sie hatte ihre Schuhe ausge­zogen [ warum? ] und Schreib­werk­zeug und Hefte unter ihrem Stuhl abge­legt. Über ihrer Beob­ach­tung bin ich einge­schlafen, und jetzt hellt bereits die Nacht, und irgendwie ist das ein wunder­barer Tag, der gleich beginnen wird. Henry, er schwebt im Bad im Regen der Maschinen, eine flie­gende Frucht. Guten Morgen!

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