martha

2

marimba : 20.24 – Als Martha vor wenigen Tagen ein neues Telefon bekam, sollte ich ihr zeigen, wie man den Anruf­be­ant­worter des Tele­fons in Betrieb setzt, vor allem helfen, eine Begrü­ßung auf Band fest­zu­halten. Als wir soweit gekommen waren, dass sie spre­chen konnte, machte Martha ein bedeu­tendes Gesicht, sie sagte: Guten Tag, guten Tag! Hier spricht Martha, ich bin nicht zu Hause oder viel­leicht doch, ich rufe bald zurück. Sobald sie fertig gespro­chen hatte, wollte sie ihre Ansage noch einmal hören, ich drückte also auf den Knopf, der die Wieder­gabe star­tete, und wir hörten nun gemeinsam Marthas Stimme, rau geworden von der Zeit. Martha war zufrieden: Schau, das hört sich gut an, das wird noch dann zu hören sein, wenn ich gar nicht mehr anwe­send sein werde. Und wie sie so durch ihr Wohn­zimmer ging, sah ich in ihr eine lustige Frau, die sich an Tischen, Stühlen, Schränken fest­halten musste, ich konnte mir vorstellen wie sie noch ganz jung gewesen war, eben eine lustige junge Frau, irgendwie leicht­füßig. Sie suchte nach ihrem Tele­fon­ap­parat, der ihr 12 Jahre gedient hatte, zuletzt waren seine Tasten für Marthas zitternde Hände zu klein geworden. Sie sagte: Ich will hören wie ich damals gespro­chen habe. – stop

ping

ping

ping

Kommentar verfassen

ping
Top