mrs. callas pfeift

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echo : 3.15 – Man stelle sich das einmal vor, Mrs. Callas kann pfeifen. Sie war zu Besuch gekommen und hatte eine beson­dere Foto­grafie entdeckt. Auf dieser Foto­grafie sitzt sie unter Menschen an einem Tisch, den sie nicht erin­nern konnte, und darüber war sie verwun­dert oder beun­ru­higt, also machte sie merk­wür­dige Geräu­sche mit dem Mund. Wer sind diese Leute, wollte sie wissen. Wann war das gewesen? Woher haben Sie diese Foto­grafie? – Wir gingen dann noch spazieren um kurz nach Mitter­nacht. Ange­nehmes Papier­licht, die Sonne war nicht unter­ge­gangen, strahlte etwas schläfrig am Himmel herum. Noch immer leichter Seegang, aber zwei schöne Stunden heiterer Gespräche. Wie ich mich freute, Mrs. Callas staunen zu sehen. Ich habe keine Kinder, nein, nein, ich habe keine Kinder. Doch, doch sagte ich, Sie haben Kinder geboren, sie sind eine fabel­hafte Mutter. Sieben Töchter, jawohl, sieben sehr selt­same Töchter, Sie werden sich doch um Himmels­willen an ihre Töchter erin­nern, an Svenja, Marlene, Bobby, Lydwien, Vassil­liki, Eleo­nore, Bumubai. Soll ich Ihnen von Ihren Geburten erzählen, Mrs. Callas? – Kaum zurück, legte sie sich aufs Sofa und vertiefte sich wieder in jenes Bild, das von ihr, wie sie glaubte, abge­nommen worden war. Manchmal näherte sie sich mit einem Finger, flüs­terte, oh, ich glaube, da ist etwas, diesen Herrn kenne ich viel­leicht, ja, das könnte ein Musiker sein, ein Bassist, nein, das ist einer, der Cello spielt. – Seit Stunden nun liegt sie so herum. Sie hat etwas von einer Katze, ganz ohne Zweifel. Ich weiß, sie wird sich bald erheben, und sie wird zu mir herüber kommen, wird die Foto­grafie auf den Schreib­tisch legen und sagen: Irgend­etwas stimmt hier nicht, Mr. Louis! Ich glaube, ich werde jünger. Ich glaube, die Zeit geht falsch herum. Was haben Sie dazu zu sagen? Spre­chen Sie!

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