mululela

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bamako : 3.05 — Habe in den ver­gan­genen Wochen ver­schiedene Wörter­büch­er unter­sucht, ins­beson­dere jene Samm­lun­gen, die im Hin­ter­grund zahlre­ich­er Texte­d­i­toren heim­liche Arbeit ver­richt­en. Es ist so, dass auf der Ebene der Sprachen, Nacht­men­schen in einem Wort existieren, aber nicht Tag­men­schen. Das Wort Tag­men­sch wird sofort als nichtko­r­rek­tes Wort aus­gewiesen. Es scheint demzu­folge für am Tage lebende Men­schen möglich zu sein, andere, näm­lich Men­schen, die über­wiegend in der Nachtzeit existieren, mit einem Wort zu kennze­ich­nen, während hinge­gen Nacht­men­schen nicht möglich ist, jene Men­schen, die die Nacht ver­schlafen, mit einem ein­deuti­gen Wort zu beze­ich­nen. Das ist aus mein­er Sicht zunächst selt­sam, eine Übung, die sich ver­mut­lich bald ändern wird, indem sich Leben­sarten und Arbeitswel­ten der Men­schen immer fort verdicht­en. — Flughafen. Leichter Schneefall. Es ist kurz vor drei Uhr. Eine riesige Antonow-Mas­chine rollt über das Flugfeld. Kein Laut zu hören vom Ungetüm, das doch fliegen kann. Weni­gen Minuten zuvor erzählte mir Mul­ulela, 24, Trainee aus Kamerun, dass sich das Leben in Deutsch­land doch sehr vom Leben in Afri­ka unter­schei­de. In ihrem Dorf, zum Beispiel, spaziere sie ein­fach los, wenn sie an jeman­den denken würde, um diesen Men­schen sofort zu besuchen. In Deutsch­land müsse man zunächst tele­fonieren, fra­gen, sich ankündi­gen. Über­haupt müsse man hier für alles, aber auch wirk­lich alles bezahlen, nur das Wass­er in den Trinkbrun­nen scheine kosten­los zu sein und die Luft zum atmen. Ganz sich­er sei sie sich in dieser Sache aber nicht! — stop

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