nach darjeeling

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papa : 12.15 UTC — Ich habe zur Stunde eine Frage, die zu beant­worten ver­mut­lich nicht ganz leicht sein wird. In weni­gen Minuten werde ich näm­lich für einen guten Fre­und eine Schreib­mas­chine erwer­ben, eine mech­a­nis­che Reis­eschreib­mas­chine des Typs Olympia Splen­did 66 in rot­er Farbe, ein wun­der­schönes Stück aus dem Jahr 1959, ich würde sie im Grunde gern selb­st besitzen. Mein Fre­und wird bald ver­reisen, ich nehme an, nicht ohne seine neue Schreib­mas­chine mit sich zu nehmen, eine Reise, die ihn durch Indi­en mit der Eisen­bahn von Mum­bai nach Dar­jeel­ing führen wird. Als ich meinen Fre­und Lud­wig zum let­zten Mal sah, arbeit­ete er auf einem Note­book schreibend in einem Café an ein­er Geschichte über Algo­rith­men liebevoller Selb­st­be­fra­gung. Sein Note­book war zu diesem Zeit­punkt bere­its einige Jahre alt, jene Orte des Gehäus­es, da es Ton und Bil­dauf­nah­men sein­er näch­sten Umge­bung anfer­ti­gen kon­nte, waren mehrfach mit selb­stk­leben­dem Gewebe abgedeckt, so dass wed­er Ton noch Licht in die Schreib­mas­chine gelan­gen kon­nten, um von dort aus möglicher­weise unbe­merkt an einen geheimen Ort in der dig­i­tale Sphäre gesendet zu wer­den. Ich will nicht sagen, dass Lud­wig sich in irgen­dein­er Weise ver­fol­gt fühlen würde, er erwäh­nte aber bei Gele­gen­heit, er könne schon seit langer Zeit nicht mehr dafür garantieren, dass seine elek­tro­n­is­che Schreib­mas­chine, sein Note­book, sich tat­säch­lich loy­al ver­hal­ten würde. Er wün­schte sich, seine Zeichen wieder ein­mal unmit­tel­bar auf Papi­er zu set­zen, bedin­gungslos­es Ver­trauen haben zu kön­nen. Ich werde ihm seinen Wun­sch erfüllen. Nun stellt sich, wie berichtet, die Frage, was hat mein Fre­und Lud­wig auf den Papieren noch vor, wie lange Zeit bleibt ihm noch? Wie viele Farb­bän­der sollte ich für Lud­wig in Sicher­heit brin­gen? Sie sind rar gewor­den, sie wer­den irgend­wann ver­schwinden. — stop
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