obersalzberg : kentauren

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sierra : 12.10 – Man sollte meinen, ein Buch sei ausschließ­lich zum Lesen geeignet, eine Substanz hellen Papiers, Zeichen in gefal­teter Linie, die mit den Augen studie­rend entlang zu arbeiten ist, Farben, Gerüche, Klänge, Drama. Seit einigen Stunden nun weiß ich, Bücher helfen gleich­wohl in mecha­ni­scher Weise anato­misch wieder beweg­lich zu werden. Toni Morri­sons Roman Jazz, zum Beispiel, 402 Gramm Gewicht für Minuten in meiner Hand am Ende eines Unter­armes, den ich zu stre­cken wünsche, wider­spenstig ist er noch, bewegt sich nicht von eigener Kraft in jede der von mir gewünschten Rich­tungen. Wie er jetzt von der Schwer­kraft der Dich­tung nach unten gezogen wird, behutsam, in der Art und Weise langsam fallender Äpfel, sagen wir, eine Bewe­gung, mit den Augen nicht wahr­nehmbar. – Kurz vor 12 Uhr. Mittag. Jenseits des Tales, das ich vom Hospital aus über­schauen kann, spaziert glei­ßendes Sonnen­licht über den Ober­salz­berg hin, unheim­liche Gegend. Ich meinte für Sekunden ein Rudel Kentauren gesehen zu haben, die den Saum eines Buchen­waldes entlang galop­pierten. stop. Groß­ar­tige erste Sätze im Kopf. stop. Toni Morrison. stop. STH, I know that woman. She used to live with an flock of birds on Lenox Avenue. Know her husband, too. He fell for an eigh­teen-year-old girl with one of those deep­down, spooky loves that made him so sad and happy he shot her just to keep the feeling going. When the woman, her name is violet, went to the funeral to the the girl and to cut her dead face they threw her to the floor and out of the church. She ran, then, through all that snow, and when she got back to her apart­ment she took the birds from their cages and set them out the windows to freeze or fly, inclu­ding the parrot that said, „I love you.“

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