rom : antennenbild

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nordpol : 2.28 – Dämme­rung. Die Kuppel der Peters­ba­si­lika plötz­lich in Sicht wie ich um eine Häuser­ecke komme. Seltsam blaues Leuchten, als würde sich das abwan­dernde Licht des Himmels auf den Kupfer­ble­chen des Daches spie­geln. Dann ist’s stock­finster geworden und die Kuppel schim­mert noch immer blau­tür­kise wie zuvor. Sehr kleine Menschen spazieren über Bernini’s Platz, sitzen in der warmen Abend­luft auf Brun­nen­rän­dern und Trep­pen­stufen, die unter Kolon­naden den Platz umarmen. Ziem­liche Stille. Kaum Tauben. Keine Katzen, nicht einmal schläf­rige Augen­lichter. Ein paar Männer arbeiten sich pfei­fend durch Türme von Stühlen. Sobald sie einen Stuhl von einem der Gebäude heben, wird es etwas kleiner, bildet eine Reihe aus wie einen Arm, der sich an einer Schnur entlang ausrichtet, tausende wartende Objekte, auf welchen bald Menschen sitzen werden, die beten oder schreien oder ihre Stühle besteigen, weil auch andere bereits auf Stühlen stehen. Das ist der Moment, da man als Pilger oder Beob­achter viel­leicht seinen Namen heim­lich in einen der Stühle ritzen möchte oder eine Figur zeichnen, die Ähnlich­keit zur eigenen Person aufzeigen wird, sodass man etwas zurück­lässt auf dem Platz, ein Anten­nen­bild um späterhin päpst­li­chen Segen aus der Ferne einfangen zu können. Michel­an­gelo heim­lich, eine Vorstel­lung, die möglich ist in der Nacht im sanften Later­nen­licht nahe des Maderno-Brun­nens, wie er sich nach Jahr­hun­derten wundert über das Blau dieser Kuppel, das er so nicht ange­ordnet haben mag. – stop

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