louis im gebirge

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nordpol : 0.02 – Wieder während der Nacht lange sitzen. Nichts tun. Nur atmen. Gegen zwei Uhr Abstieg über eine steile Treppe aus der Kammer unter dem Dach, wo im Winter Tauben wohnen. Die Stufen der Treppe knarren bei jedem Schritt, seufzen, spre­chen. Auf dem steilen, gefähr­li­chen Pfad in der Nähe des Abgrunds vor der Hütte leichter, kühler Höhen­wind. In den Bäumen Geräu­sche, als würden die Vögel murmeln im Schlaf. Es ist aber deshalb, weil es nie wirk­lich dunkel wird unterm Himmel voller Sterne. Stun­den­lang kann man sich von hier aus über das Nahen des Morgens streiten. Wie ich zurück­komme, Licht weit oben, ein kleines Fenster, alle weiteren Fenster sind ohne Licht. Plötz­lich bin ich wieder bei mir, trete in die Kammer, die vor Kurzem noch ohne mich gewesen ist. Mein Heft auf dem Tisch. Draußen, von den Wiesen her die Nacht­glo­cken der Kühe, leise, leise. Ich notiere: Beob­ach­tete unlängst eine japa­ni­sche Reisende, die im Flug­ha­fen­su­per­markt mit ihrem Mobil­te­lefon 1 halbe Stunde lang Scho­ko­la­de­nengel filmte. – stop

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louis im
gebirge
22. mai
2016

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