schnee

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oli­mam­bo : 2.22 — Ich hörte das Geräusch ein­er schep­pern­den Glo­cke, ein Klin­geln oder metal­le­nes Hupen. Ich dachte, irgend­je­mand wollte mich weck­en, obwohl ich doch bere­its wach gewor­den war. Ich spa­zierte zunächst in die Küche. Das Geräusch wan­derte mit. Plötz­lich erin­nerte ich mich, woher ich das Geräusch kan­nte, ich hat­te über das Geräusch schon ein­mal notiert. Ich erin­nerte mich zunächst an meinen Text und dann an den Ursprung des Geräusches, das ich hörte, oder war es vielle­icht genau ander­herum gewe­sen? Das Geräusch mein­er Erin­nerung kam von einem Glöck­chen her, das am Weih­nachts­abend hin­ter ein­er Tür von mei­nem Vater durch hef­tige Bewe­gung zum Klin­gen gebracht wor­den war, ein ver­trau­tes, jähr­lich wie­der­keh­ren­des Geräusch. Ein­mal bekam ich ein Radio geschenkt. Das Radio war das erste Radio mei­nes Lebens gewe­sen, ein Tran­sis­to­r­emp­fän­ger, hand­lich und doch sehr schw­er. Ich weiß nicht wes­halb, ich öffnete das Radio mit Hil­fe eines Schrauben­ziehers, ich zer­legte die kleine Appa­ra­tur in ihre Ein­zel­teile und wun­derte mich. Ein Jahr darauf bekam ich einen Fotoap­pa­rat, den ich am darauf­fol­gen­den Tag wie zuvor das Radio öffnete und auf das genaueste unter­suchte, im Früh­ling zählte ich Vögel, im Som­mer durch­suchte ich das Unter­holz nach Knochen von Hasen und Rehen, um sie in meinem Zim­mer auf dem Schreibtisch so zu kon­fig­uri­eren, dass ich sie mir vorstellen kon­nte. Es ist merk­würdig, wie Geräusche über große Zeiträume hin­weg wiederkehren, als wären sie ger­ade erst in der Wirk­lichkeit abge­spielt wor­den. Es lässt sich nicht über­prüfen, aber sie scheinen sich tat­säch­lich nicht verän­dert zu haben, sind unteil­bare Wesen. Heute Schnee, sehr leise. — stop
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