von stühlen

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nordpol : 7.58 UTC – Im Haus der alten Menschen sitzen Damen an einem Tisch von früh bis spät. Ein Fern­seh­ap­parat, der an der Wand hängt flach wie ein Schol­len­fisch, spult sich durch den Tag. Die alten Damen nehmen kaum Notiz von dem Licht, das auf sie fällt. Der Ton ist ausge­schaltet, der Fisch ist stumm. So sitzen sie völlig zeitlos, wie mir scheint, sie erin­nern sich vermut­lich nicht, ob ich an diesem Tag schon an ihnen vorüber gekommen bin, aber sie kennen mich, den treuen Besu­cher, ich habe doch irgend­einen Eindruck hinter­lassen. Wenn ich mich über einen langen Flur spazie­rend dem Raum der alten Damen nähere, weiss ich präzise vorher­zu­sagen, welche der Damen auf welchem der Stühle sitzen wird vor dem Tisch, der dreimal am Tag sich füllt mit Speisen, auch mit Kaffee oder gekühltem Himbeer­saft. Nur wenn das Wetter sich Hals über Kopf verän­dern wird, davon erzählen leere Stühle, die doch von den Abwe­senden besetzt sind, sie warten oder schlafen nachts im Halb­dunkel, schla­fende Stühle. – stop

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