zahlenflüstern

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sier­ra : 5.05 — Unterm Schirm im Pal­men­garten einem Gewit­ter zuge­hört. Nichts getan, als zu lauschen und zu beobacht­en, dass mein Gehirn nicht schnell genug ist, um die Tropfen eines kräfti­gen Regens, ihr Geräusch, nachzuzählen. Wie ich so ergeben vor Schild­kröten und Karpfen auf ein­er Bank lungerte, ist mir aufge­fall­en, dass ich nicht ganz sich­er sagen kann, ob es nicht vielle­icht doch die Wörter sind, die mich zur Zählsch­necke machen, jene Zahlen näm­lich, die ich ins­ge­heim ver­wende, um in der Summe voran zu kom­men. Ich bin dann, während ich das Flam­men mein­er Zahlwörter beobachtete, eingeschlafen. Ein weit­er­er Regen weck­te mich bald auf und wieder ver­suchte ich zu zählen. Dieses Mal zählte ich flüsternd und ich zählte lange. Jet­zt weiß ich, dass ich flüsternd schneller zählen kann, als schweigend nur in Gedanken Zahlen notierend. Was ist das über­haupt für eine Stimme in meinem Kopf? Fan­gen wir noch ein­mal von vorne: Auch am ver­gan­genen Abend, wie man mir erzählte, wurde kurz nach zehn Uhr in Teheran unter glanzvollen Ster­nen von den Däch­ern nach Frei­heit gesun­gen.

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