zwergseerose bartholomä

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nordpol : 5.08 – Ich hörte, irgendwo versteckt auf einem Hoch­pla­teau des stei­nernen Meeres, das sich zwischen dem schönen, grün­blauen Obersee und dem mäch­tigen Hoch­könig erstreckt, soll ein Mensch exis­tieren, ein Junge von unge­fähr acht Jahren, der in seinem bishe­rigen Leben keinerlei digi­tale Spur hinter­liess, weder in der Welt behörd­li­cher Compu­ter­sys­teme, noch in einer elek­tro­ni­schen Wolke. Der Junge, der mögli­cher­weise heim­lich geboren wurde, soll, von Schul­bü­chern umgeben, in einer Hütte mit Ziegen und fünf Murmel­tieren leben, die ihm vertraut geworden sind. Es ist nicht bekannt, wie der Junge heisst, wie seine Mutter, wie sein Vater, auch nicht, wer ihm des Weiteren geholfen haben könnte, während der ersten Lebens­jahre über strenge Berg­winter zu kommen. Ich stelle mir vor, dieser Junge könnte viel­leicht der einzige lebende euro­päi­sche Mensch sein, von dem niemals ein Licht­bild genommen wurde. Wer nach ihm suchte, kehrte zurück ohne einen Beweis, ohne eine Spur, er könnte reinste Erfin­dung sein, eine vorsätz­liche Exis­tenz, eine Vermu­tung, oder eine tatsäch­liche Person, die an dieser Stelle, in diesem Text einen ersten elek­tri­schen Abdruck in der digi­talen Sphäre hinter­lässt, ein Verrat, ja, ein Verrat. Ich sollte meine Gedanken, meine Hinweise, demzu­folge bald wieder löschen, um ihr Verschwinden und damit das Verschwinden des Jungen aus der digi­talen Welt beob­achten oder prüfen zu können. Signatur: Zwerg­see­rose Bartho­lomä. – stop
drohne32

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