alisa

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foxtrott : 3.02  – Alisa, wie sie vor Jahren in Holz­schuhen durch das Trep­pen­haus hüpft, wie sie Rosen­blüten in meinen Brief­kasten wirft, wenn schon nicht tele­fo­nieren, dann eben so. Ihre Wild­heit. Ihre Lust auf Foto­ap­pa­rate. Ihr blaues Auge, weil sie eine Foto­grafie zu Hause zeigte, die ich ahnungslos aufge­nommen hatte, Alisa, die Kasta­nien sammelt an einer nahen Stra­ßen­bahn­hal­te­stelle, nie wieder Rosen­blüten. Wie wir uns einmal auf die Suche machen, Alisas verzwei­felte Mutter, mit Kopf­tuch, und ich, ohne Kopf­tuch. Sie kann nicht mit dem Mund zu mir spre­chen, es fehlen die Wörter, also spricht sie mit den Augen. Mit ange­win­kelten Beinen sitzt Alisa in einer Turn­halle und sieht riesigen Männern zu, die Basket­ball spielen. Sie hat die Zeit vergessen, wie alle Kinder die Zeit vergessen. Da ist grad noch ein Bild in meinem Kopf, ein todmüder marok­ka­ni­scher Mann, Alisas Vater, mit seinem herun­ter­ge­kom­menen roten Auto, wie er an einem späten Frei­tag­abend gebückt und staubig die Straße über­quert. Plötz­lich waren sie nicht mehr da, Alisa, ihre Mutter, der Vater, das rote Auto. – stop

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