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romeo : 2.56 – Vor wenigen Stunden noch wollt ich vom Abend einer Ameise unter sommer­li­chem Feigen­baum erzählen. Kaum ange­fangen, beob­ach­tete ich, dass in dem Text, den ich wünschte aufzu­schreiben, Wörter enthalten sein werden, die bereits vor meiner Text­zeit von anderen Menschen in weiteren Texten verwendet worden sind. Das wohl­klin­gende Wort Himmel, ich hab’s nicht erfunden, auch nicht das Wort Herz­beu­tel­chen oder das Wort Sinus­knoten. Alle diese Wörter, gelie­hene Wörter. Ich leg sie mir in den Mund unter meine schrei­benden Finger, Tag für Tag und Nacht um Nacht, als ob sie mir, Geschichten gleich, die aus der Luft zu stürmen scheinen, allein gehörten. Aber dann das elek­tri­sche Knis­tern meines Gehirns, in dem es die Entde­ckung im Schlaf zu feinen Wirk­lich­keits­netzen verwebt. – Weit nach Mitter­nacht. Eisluft vor den Fens­tern, im Zimmer warten Feigen und Bäume. Hab jetzt einen kleinen Knoten im Kopf.
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