ein pinguin

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india : 6.38 – Ludwig, ich traf ihn am Frei­tag­abend während eines Spazier­gangs zufällig unten am Fluss, erzählte von einem Expe­ri­ment, das er vor wenigen Wochen im April gestartet haben will. Es gehe, sagte Ludwig, um den Versuch, Luft­post­briefe nach Aleppo zu verschi­cken. Weder habe er selbst Freunde noch Fami­li­en­an­ge­hö­rige in Aleppo, trotzdem habe er ein gutes Dutzend Briefe in die zerstörte Stadt geschickt, zufäl­lige Straßen, zufäl­lige Häuser, zufäl­lige Namen. Eine Freundin habe ihm bei seiner Arbeit geholfen, Lucille, die die arabi­sche Sprache mühelos spre­chen und schreiben könne. 5 seiner Briefe seien nach wenigen Tagen bereits zurück­ge­kommen, sie waren je mit einem hand­schrift­li­chen Vermerk in deut­scher Sprache versehen: Zur Zeit nicht zustellbar. 12 weitere Briefe seien noch verschollen, 1 Brief war jedoch zu ihm zurück­ge­kehrt. Der Brief schien tatsäch­lich bis in die Stadt Aleppo gekommen zu sein, ein Stempel in fran­zö­si­scher Sprache begrün­dete die Rück­sen­dung des Briefes: Adresse insuf­fi­sante. Diese Nach­richt hatte Ludwig erwartet, nicht aber, dass auf dem Brief­um­schlag selbst eine Nach­richt in der Gestalt eines hand­ge­zeich­neten Pinguins hinter­lassen worden war. – stop
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