eine fliege

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india : 6.28 – Eine Fliege war unlängst aus großer Höhe abge­stürzt und vor mir auf den Tisch gefallen. Die Vorstel­lung zunächst, das Tier könnte, noch im Flug befind­lich, aus dem Leben geschieden sein, dann aber war Bewe­gung im liegenden Körper zu erkennen, zwei der vorderen Flie­gen­bein­chen bewegten sich bebend, bald zuckten zwei Flügel. Die Fliege schien benommen, aber nicht tot gewesen zu sein, weswegen sie bald darauf erwachte, eine äußerst schnelle Bewe­gung und schon hatte die Fliege auf ihren Beinen Platz genommen, das heißt genauer, auf fünfen ihrer sechs Beine Platz genommen, das linke hintere Bein streckte die Fliege steif von sich. Keine Bewe­gung der Flucht in diesem Zeit­raum meiner Beob­ach­tung. Auch dann, als ich mich mit dem Kopf näherte, keine Anzei­chen von Beun­ru­hi­gung. Die Fliege schien mit sich selbst beschäf­tigt zu sein, tastete mit einem ihrer Hinter­bein­chen nach der gestreckten Extre­mität, die verletzt zu sein schien, gebro­chen viel­leicht oder gestaucht. Natür­lich stellte sich sofort die Frage, ob es möglich ist, das Bein einer Fliege medi­zi­nisch erfolg­reich zu versorgen, Bewe­gungs­still­stand zu errei­chen, sagen wir, um eine Opera­tion zum Beispiel, die drin­gend geboten sein könnte, vorzu­be­reiten. Ich machte ein paar Notizen von eigener Hand, ich notierte in etwa so: Forschen nach Mikro­skop, Pinzetten, Skal­pellen, anato­mi­schen Aufzeich­nungen, Schrauben, Narko­tika und Verbands­ma­te­ria­lien für Opera­tion an geöff­neter Calli­phora vicina. Nein, fangen wir noch einmal von vorne an. Unlängst. Eine Fliege.
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