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whiskey : 2.11 — Hochwass­er. Meine Woh­nung ist mit dem Boot erre­ich­bar. In den Kro­nen der Kas­tanien, gle­ich jen­seits der Fen­ster, haben sich Kör­p­er tot­er Men­schen ver­fan­gen. Gesichter, die ich kenne. Entstellt. Dun­kle Haut. An den Zim­mer­wän­den tausende Fliegen. Sobald ich mich bewege, ein Brausen der Luft. Schüsse. Zwei Kerzen noch im Schrank, drei Liter Wass­er, fünf Pfund Mac­ca­roni, eine Pack­ung schwedis­ches Knäcke­brot, Salz, Pfef­fer, Thymi­an, Ros­marin, Muskat­nuss. Das Wass­er, warm und schwarz. Ein Kon­tra­bass, dann ein Krokodil treiben vorüber. Die Luft, dumpf und scharf in der­sel­ben Sekunde. stop Keine Fotografie ist vorstell­bar, die einen leben­den Men­schen zeigt, in der nicht auch Bewe­gung enthal­ten wäre. Dage­gen jene Auf­nah­men von Men­schen, die zur Kam­er­azeit bere­its leb­los waren. Ich begeg­nete ein­er dieser Fotografien ohne Bewe­gung vor weni­gen Jahren im World­WideWeb. Sie zeigt den Leich­nam Mar­i­lyn Mon­roes wenige Stun­den nach­dem ihr Kör­p­er aufge­fun­den wor­den war. Ich habe mich an diese Auf­nahme immer wieder erin­nert, an das feuchte Haar der jun­gen toten Frau, an die Spuren der Nachzeit, die sich bere­its in ihrem Gesicht abze­ich­neten, und auch daran, dass ich heftig erschrock­en war, in die Küche stürmte und zwei Gläs­er Wass­er trank. Als ich nun vor einiger Zeit den Namen Mar­i­lyn Mon­roes in die Bild­such­abteilung der Google­mas­chine tippte, erschien genau dieses Bild an erster Stelle.
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