i love you

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romeo : 15.18 – Am See im Palmen­garten. Erste milde Stunden. Abend­segler jagen durch die Dämme­rung. Für einen Moment der Eindruck, es könnte sich bei den Schatten der Flie­gen­jäger um kleine, spie­lende Engel handeln. Auf der Bank neben mir ruht mein Film­te­lefon, gerade eben erscheint der Feuer­ball einer deto­nie­renden Bombe in der Stadt Boston nahe einer Mara­thon­strecke. Wenn ich den Kanal wech­sele, Skate­board­fahrer, die über Haus­dä­cher springen auf der Insel Santorin, ein Mädchen mit Zahn­spange träl­lert: I love you, i love you! Bald dunkle Rauch­pilze über der Stadt Aleppo. Auf einer Straße liegt der Körper einer Frau, der sich noch bewegt, obwohl sie unbe­dingt tot sein müsste, so furchtbar die Verlet­zungen, die ihr zuge­fügt worden sind. Ich spiele den Film immer wieder ab, warum? Als es dunkel wird über dem Wasser, Stille. Man hört in der Licht­lo­sig­keit nichts vom Jagen der Tiere, wenn man sie nicht sieht. Wenige Stunden später wird Wladimir Putin sagen, bei dem Anschlag in Boston handele es sich um ein barba­ri­sches Verbre­chen. – stop

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