im garten

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ulysses : 2.28 — Um mir eine Freude zu machen, gehe ich nachts noch in den Garten. Grüne Fal­ter mit hauchdün­nen Flügeln sind unter­wegs im Dunkeln. Eigentlich kön­nen sie über­haupt nicht fliegen wie sie wollen, son­dern wer­den von fein­sten Strö­mungen der Luft dirigiert. Kaum habe ich meinen Mund geöffnet, liegt ein flat­tern­der Kör­p­er auf der Zunge. Sie schmeck­en bit­ter und sie wehren sich tapfer. Diese Fliegen also, und diese Nacht, ster­nen­klar. Ich steh ganz still, höre einem Flugzeug zu, das süd­wärts fliegt. Ich warte. Plöt­zlich ist im Garten jen­seits des Zaunes ein Geräusch zu hören. Ein Mann geht gebückt unter Bäu­men. Es raschelt. Ich kenne diesen Mann, ich kenne ihn nicht gut, aber ich weiß, dass er bald eine Taschen­lampe zück­en und in die Knie gehen wird. Er spricht dann, aber so leise, dass ich nichts von den Wörtern hören kann, nicht ein­mal kann ich sich­er sein, dass er Wörter spricht, vielle­icht singt er nur vor sich hin, singt während er mit ein­er Taschen­lampe Gräs­er beleuchtet. Noch vor weni­gen Tagen habe ich mich über den Mann gewun­dert. In dieser Nacht wun­dere ich mich nicht. Ich habe erfahren, dass der Mann sich bückt mit seinem Licht, um nach Sch­neck­en zu suchen. Ich stellte mir vor, der Mann würde seine Beute in eine sein­er Hosen­tasche steck­en. Aber so ist das ganz und gar nicht. Sobald der Mann eine Sch­necke find­et, zückt er im Licht der Taschen­lampe eine Schere und schnei­det die Sch­necke in zwei Teile, so dass sie sich nicht mehr bewe­gen kann, weil sie tot ist. Ein laut­los­er Vor­gang, so laut­los, dass ich ihn lange Zeit nicht bemerk­te, ja, vielle­icht niemals bemerkt haben würde, hätte ich nicht von dem selt­samen Ver­hal­ten des Mannes erzählt. Nun weiß ich, warum er sich bückt. Noch zehn Minuten, dann geht er wieder ins Haus zurück und auch ich werde nicht mehr da sein. — stop

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