fährschiff john f. kennedy : armzungen

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delta : 0.08 — Eine kleine Geschichte habe ich rasch noch zu erzählen. Sie ver­fügt über kaum Hand­lung, eine Geschichte, die sich im Grunde Tag für Tag auf einem Fährschiff der Stat­en Island Fähren­flotte wieder­holen kön­nte. Auf diesem Schiff, das den Namen John F. Kennedys trägt, befind­et sich in der Mitte des Bridgedecks hin­ter einem Tre­sen ein kleines Ladengeschäft, das der Ver­sorgung der Reisenden dient, ein Ort, der leuchtet und blinkt, ein Ort, der nach Pop­corn duftet, nach Kaf­fee, nach gebraten­em Schinken und nach weit­eren Sub­stanzen, die ich bis­lang nicht iden­ti­fizieren kon­nte. Obst, Schoko­lade, Cook­ies, Bon­bons, auch Straßen­pläne Man­hat­tans, Feuerzeuge, Coca Cola, Zuck­er­wass­er in ver­schieden­sten Far­ben, Nüsse, geröstete Man­deln, was ich wäh­le, was ich wün­sche bekomme ich von einem Mann aus­ge­händigt, der sein­er Erschei­n­ung nach in Mex­i­co oder Nicaragua geboren wor­den sein kön­nte. Sein stois­ch­er Aus­druck ist mir sofort aufge­fall­en, lange Zeit habe ich ihn beobachtet, dieses Gesicht, das wirk­te, als würde es eine aus Tropen­holz geschnitzte, eine auf das Sorgfältig­ste bemalte Maske tra­gen, darin Augen, dun­kle, schim­mernde Knöpfe. Die Stimme des Mannes, die sich dort irgend­wo befind­en muss, habe ich bish­er nie gehört. Und ich habe nie gese­hen, dass er sich von seinem Platz fort­be­wegte, er ste­ht senkrecht hin­ter sein­er Ware, ein Mon­u­ment, das über sehr schnelle, sehr lange Arme ver­fügt, ja, es sind die Arme, das einzige was sich an diesem Mann bewegt sind seine Arme, diese Arme sind Hand­lung, sie sind eine Geschichte, sie sind erstaunlich, weil sie in der Geschwindigkeit der Chamäleonzun­gen nach Waren greifen. Ein­mal habe ich einen der Fotoap­pa­rat gekauft, die der Mann in seinem Sor­ti­ment für Touris­ten bere­i­thält. Der Appa­rat kostete sechs Dol­lar und der Film 8 Dol­lar. Das ist ein wirk­lich alt­modis­ch­er Film, ein­er, den man, um seine Bilder betra­cht­en zu kön­nen, entwick­eln muss. Ich habe den Mann nun mit genau diesem Fotoap­pa­rat fotografiert. Ich glaube, der Mann freute sich über meine Geste. Er schien unter der Maske seines Gesicht­es zu lächeln. Vielle­icht ahnte er zu diesem Zeit­punkt, dass ich ein­mal nach­se­hen werde, ob er lächelte, ein Geschenk für die Zukun­ft. Ende der Geschichte. — stop

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