kairobildschirm

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echo : 5.38 — Ich erin­nere mich, dass ich im Schlaf zu mir sagte: Das will ich nicht weit­er träu­men. Unverzüglich wurde ich wach. – Schnee ist gefall­en, ein weißes Tuch liegt auf den Bürg­er­steigen. Das kleine Kairo­fen­ster flim­mert seit bald vierzehn Stun­den auf dem Bild­schirm mein­er Schreib­mas­chine. Kamel­re­it­er prügeln auf Demon­stri­erende ein, Steine fliegen durch die Luft, Kühlschränke von Haus­däch­ern, um Men­schen zu töten. Mit der Däm­merung kom­men Bar­rikaden, Ölfeuer­flaschen taumeln hin und her, bren­nende Autos, der hell­graue Rauch der Panz­er­mo­toren, die Stim­men der Kom­men­ta­toren, die Zahlen ver­let­zter und getöteter Men­schen melden. Auf dem Platz der Befreiung wird nach Steinen gegraben. Mil­lime­ter hohe Men­schen­fig­uren schleifen liegende Mil­lime­ter hohe Men­schen­fig­uren über den Boden. Reine Mord­lust scheint aus­ge­brochen zu sein. – Es ist jet­zt 5 Uhr und 30 Minuten. Seit drei Stun­den wird scharf geschossen. Nie­mand weiß woher die Schüsse kom­men. Eine junge Frau, 24, die sich auf dem Platz befind­et, erzählt weinend von Men­schen, die ger­ade eben getötet wur­den. Wie das möglich sein könne, dass die Welt nicht ein­greife, dass keine Hil­fe komme. We will not leav­ing this place. Sie nen­nt ihren Namen.

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