kokons

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echo : 22.58 — Im botanis­chen Garten das leise, das Nicht­denken geübt. Ich legte mein Ohr auf einen hölz­er­nen Tisch und dachte nichts. Aber da war etwas Merk­würdi­ges, mein Ohr auf dem Tisch hörte sich selb­st. Und das andere, zum Him­mel gerichtete Ohr, erlebte den Besuch ein­er Ameise. Also dachte ich doch an die Ameise, wie sie meine Ohrmuschel unter­suchte. Wie gut, an Ameisen und an nichts Weit­eres denken zu müssen. Dann schlief ich ein. Als ich erwachte, dachte ich sofort weit­er an nichts. Die Ameise war ver­schwun­den, aber ich hörte mein Ohr auf dem Tisch, und ich hörte den Gesang ein­er Nachti­gall, die zunächst geschwiegen, dann aber meinen Besuch vielle­icht vergessen hat­te, weil ich reg­los zu ein­er Pflanze unter anderen Pflanzen gewor­den war. Ich fragte mich, denke ich, in dem ich der Stimme eines Vogels lausche? Ist das Denken nur dann gedacht, wenn ich mein­er denk­enden Stimme zuhöre, mich und meine denk­ende Stimme also wahrnehme? Immer wieder bemerkt, dass ich Sekun­den zuvor noch an etwas oder über etwas gedacht habe, obwohl ich mir nicht zuge­hört hat­te. Eine Gedankener­in­nerung. Manch­mal ver­hal­ten sich Gedanken wie Räume, Kokons, die ver­wick­elte Gedanken­pakete enthal­ten. Schallplat­tengedanken. Ich kön­nte dem­nach Schallplat­ten verze­ich­nen, die angenehme Stim­men und Stim­mungen wieder­holen, fro­he Begeg­nun­gen und gelun­gene Gespräche.

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