malcolm lowry

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3.18 — Ich erin­nerte mich an eine Geschichte, die von Mal­colm Lowry erzählt, genau genom­men von sein­er Art und Weise zu schreiben, nach­drück­lich­er noch von der Meth­ode zu ver­lieren, was ger­ade eben noch notiert wor­den war. Mal­colm, so der Erzäh­ler der Geschichte, soll Gedanken auf jedes Stück Papi­er geschrieben haben, das in seine Reich­weite gekom­men war, auf Rech­nun­gen, Speisekarten, Bil­lets beispiel­sweise, sofern er in einem Café oder in ein­er Bar Platz genom­men hat­te, um solange notierend zu arbeit­en, bis er aus­re­ichend betrunk­en gewor­den war damit aufzuhören. Wie viele Wörter und Sätze sind wohl vom Wind in Wüsten oder auf Meere hin­aus getra­gen wor­den, wie viele Büch­er haben sich in Luft aufgelöst? Ich stelle mir immer wieder lei­den­schaftlich gerne vor, wie Mal­colm Lowry in unser­er Zeit seine Zeichen­ket­ten für die Welt abgelegt haben kön­nte. Sagen wir so: Lowry arbeit­et nie wieder mit einem Bleis­tift. Er notiert seine Gedanken in eine fed­er­le­ichte, elek­trische Mas­chine, die am Gür­tel sein­er Hose fest ver­ankert wird. Sorgfältig von sein­er Ehe­frau Marg­erie Bon­ner pro­gram­miert, verbindet Mal­colms per­sön­lich­es Notierg­erät unverzüglich Tas­tatur mit dig­i­taler Sphäre, sobald sich der Autor, gle­ich welch­er geisti­gen Ver­fas­sung, mit der einen oder der anderen Hand nähert. Nun schreibt der Autor. Er arbeit­et, vielle­icht ste­hend, vielle­icht sitzend, vielle­icht liegend. Und während er so arbeit­et, wird Zeichen für Zeichen unverzüglich an einen geheimen Ort der Spe­icherung gesendet. Dort, drop­zone, kön­nte man sitzen und warten und betra­cht­en, wie der Text, um den Bruchteil ein­er Atom­sekunde in der Zeit ver­rückt, vol­l­zo­gen wird. — stop
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