moskau

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bamako : 6.55 — Vor einem Schal­ter am Cen­tral­bahn­hof stand eine alte Dame mit einem Kof­fer, den sie hin­ter sich herziehen kon­nte. Sie trug ein blaues Hütchen auf dem Kopf, und sie war grell geschminkt und lachte. Auf den ersten Blick schien sie fröh­lich zu warten wie ihr klein­er Kof­fer, auf den zweit­en Blick allerd­ings war zu sehen, dass sie nicht nur wartete, son­dern bewacht wurde von ein­er weit­eren, sehr viel jün­geren Frau und einem Mann, der die Uni­form der Bah­nge­sellschaft trug. Wie Säulen standen sie links und rechts der alten Dame, die junge Frau hat­te überdies die Hand­tasche der Bewacht­en an sich genom­men, um sie zu durch­suchen. Eine ihrer Hände wühlte so heftig in der Tasche herum, dass ein Rascheln wei­thin zu vernehmen war. Sie forschte ein oder zwei Minuten in dieser wilden Art und Weise. Weil sich aber in der Börse der alten Dame kein Doku­ment zur Iden­ti­fizierung auf­spüren ließ, schüt­telte sie den Kopf, beugte sich noch ein­mal herab, sprach leise zu der alten Dame hin, um sich kurz darauf an einen Schal­ter zu wen­den. Dort saß hin­ter spiegel­n­dem Glas ein Schat­ten, der ein Mikro­fon an seinen Mund führte, kurz darauf war eine warme, melodis­che Stimme zu hören, die durch die Bahn­hof­shalle schallte, sie sagte: Achtung! Wir bit­ten um ihre Aufmerk­samkeit, vor dem Infor­ma­tion­ss­chal­ter Gleis 24 wartet ein Per­so­n­en­fund­stück. Bitte melden sie sich! — Diese Geschichte ereignete sich gestern am frühen Abend, kurz bevor der Fernzug aus Moskau via Warschau den Bahn­hof erre­ichte. Auf dem Bahn­steig warteten viele Men­schen. Manche hiel­ten Blu­men in ihren Hän­den. Andere fotografierten. — stop

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